Dieser Beitrag erschien der Zeitung "Hrvatske novine - Kroatische Nachrichten" in der Ausgabe 27 vom 6.7.2012.

Das Tamburica-Orchester und Chor Pinkovac / Güttenbach (TOP) feierte am Samstag, dem 23. Juni in der Pfarrkirche in Güttenbach, am Sonntag, dem 24. Juni in Inzenhof und am Montag, dem 25. Juni in Wien in der Kirche Am Hof mit einem hervorragendem Konzert und der Präsentation des 6. Tonträgers, der CD mit dem Titel „Pinkovac u srcu – Güttenbach im Herzen“ (Anmerkung: eigentlich 7. Tonträger, aber erst 6. CD) das 35. Bestandsjubiläum. Der langjährige Pfarrer Güttenbachs, Ferdinand Sinkovich, gründete zusammen mit dem schon verstorbenem prof. Dragan Raljušić aus Crikvenica (HR) das Tamburica-Orchester.

Später erhielt das Orchester unter dem Leiter Willi Jandrisits den Namen TOP Tamburica-Orchester und Chor Pinkovac / Güttenbach. Über viele Jahre hindurch dirigierte der prof. Vlado Šincek aus Varaždin das TOP, jetzt tut dies prof. Boris Novak aus Čakovec. Er schrieb auch die „Hymne“ für Güttenbach „Pinkovac u srcu – Güttenbach im Herzen“.

GÜTTENBACH/INZENHOF/WIEN
– Nun ist es schon 35 Jahre her, dass in Güttenbach ein Tamburica-Verein gegründet wurde. Prof. Dragan Raljušić stand Pate u half auch bei den Proben. Danach übernahm Vjekoslav Vila aus Zagreb die musikalische Leitung den Güttenbacher Tamburica-Orchesters. 15 Jahre lang probte und dirigierte Vlado Šincek aus Varaždin im Verein, jetzt führt prof. Boris Novak die Tradition der Dirigenten aus Kroatien fort.

TOP Pinkovac / Güttenbach übt jedes Jahr zwei große Konzertprogramme ein, neben einer Vielzahl an kleineren Auftritten. Dieses sogenannte Sommerkonzert, und heuer auch Jubiläumskonzert, unter den Motto „35 Jahre TOP“ zeigte und bezeugte, dass gut gearbeitet wird im Süden des Burgenlandes und dass es sich auch heute noch auszahlt und in der Vergangenheit auszahlte dieses Werken finanziell massiv zu unterstützen ( © hoher Beamter, früher in Bundeskanzleramt, heute im Bildungsministerium).

Das Konzert begann mit „Ave Maria“ von H. Hlondowsky (Anmerkung: Beim Wienkonzert bei dem der Autor anwesend war, trat der Kinderchor nicht auf) und hat das Publikum zunächst beruhigt, damit es sich einstimmt in die Kulisse der renovierten Kirche im Herzen Wiens, wo auch die kroatische Katholische Mission ihren Sitz hat. Das Konzert ging weiter mit dem bekannten burgenländischkroatischen Volkslied „Na toj vašoj placi“ (Arrangement I. Vuković / B. Novak): Der Beginn sehr lieblich gespielt und mit verfeinertem Ausdruck, bis sich das Tempo erhöhte - und das Temperament durchschlug. Das Volkslied „Bili jesu dva mili“ (I. Meznarić/B. Novak) zeigte schon zu Beginn des Konzertes die Fertigkeiten der Spielerinnen und Spieler. Fortgesetzt wurde mit dem „Čardaš“ (a capella; Arrangement. E. Cosetto) aus Međimurje (sprich: Medschimurje), der Heimat des Chorleiters. Die Nocturne „Varaždinski nocturno“ zeigte wie aufwändig Tamburicamusik auf Spitzenniveau ist und dass auch Burgenländer in der Lage sind die höchsten Anforderungen zu beherrschen. Das Lied „Va dolini med zelenim drivljem“ (S. Sučić/B. Novak) mit einem Brač-Solo von K. Radakovits könnte auch ruhig die Filmmusik in einer melancholischem Szene eines Westernfilms sein – oder auch der Soundtrack eines Film über die kroatischen burgenländischen Auswanderer, soviele Emotionen stecken darin. Sehr liebliche instrumentale Umsetzung und sehr lieblich ziseliert, die höchstwahrscheinlich ruhigste bekannte Version dieses Liedes. Mit dem dalmatinischem Lied „Ribari“ (B. Oštrić/B. Novak) (Anm: Nur in Wien) trat die Klapa (Männergesangsensamble) des TOPs auf. Gediegen war auch das heimische Volkslied „Snoć kasno sam stala“ (B. Novak; Solo E. Radaković A. Schuch), vergleichbar mit der gelungenen Interpretation von LADO (Anmerkung kroat. nationales Folkloreensamble, Arrangement B. Potočnik). Gerade auch dieses Lied zeigt die kroatische Tamburicaschule, die zur Weltspitze der Interpretation aufstieg und der unter anderem auch der gefeierte Božo Potočnik Pate stand und seid neuestem auch Ivica Potočnik (beide auch im Burgenland tätig). Potočnik und Potočnik haben sich vom Orginal aus dem Burgenland entfernt, aber hoben dieses Lied durch ihre Arrangements in den Himmel.

Das Konzert des TOPs wurde mit dem Instrumentalstück „Gradišćanska elegija i ples“ (I. Andić) fortgesetzt. Dieses Lied zählt zum Standartrepertoire eines jedes Tamburica-Orchesters, das etwas auf sich hält und auch technisch in der Lage ist dieses Lied zu spielen. Das TOP ist es! Es folgte das mit Spannung erwartete „Pinkovac u srcu“ (B. Novak / S. Hajszan) mit dem Solo des Baritons Joachim Radakovits. Diese Komposition, die in kürzester Zeit zum Volkslied aufsteigen wird, trägt tiefe und hohe Emotionen wie auch Töne in sich; auf der CD hört man auch zu Beginn die Güttenbacher Kirchenglocken die die Herzen jedes Güttenbachers öffnen. Der Chor im Hintergrund gibt dem Ganzen das erforderliche Pathos.

Zum Schluss kompletierten das burgenländischkroatische Volkslied „Ribari“ (B. Novak) und das Volkslied „Na sredini sela stoji visok bor“ das vorzügliche Konzert und den Spitzengenuss mit dem TOP.

(P. Tyran)

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